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Warmer Winter: Neue Zeckenart (die Auwaldzecke) überträgt Hundemalaria

Forstwirtschaft rechnet mit  Ausbreitung der Auwaldzecke

Die Hamburger Forstwirtschaft bereitet sich auf den Angriff einer neuen gefährlichen Zeckenart vor. Die nüchtern fünf Millimeter große Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) bedroht mit ihrem Biss vor allem Hunde - und sogar den Menschen. Auf die Vierbeiner überträgt sie die Erreger der Krankheit Babesiose. Sie zerstört die roten Blutkörperchen und ist der Malaria ähnlich. Menschen können sich bei einem Biss mit so genannten Rickettsien-Bakterien und damit dem Fleckfieber infizieren, das in bis zu 20 Prozent der unbehandelten Fälle tödlich verläuft. „ Weil die Auwaldzecken inzwischen im Lübecker Raum nachgewiesen wurden, sind auch wir in Hamburg alarmiert“, sagt Jan Malskat, Revierförster. Die aggressive und mobile Auwaldzecke die größer ist als der heimische Holzbock, stammt ursprünglich aus Südpolen, Österreich und Norditalien. Doch durch den Klimawandel und die warmen Winter breitet sich der Blutsauger immer weiter nach Norden aus, beobachten Wissenschaftler. Erst war sie am Oberrhein anzutreffen, dann bei Berlin und nun nördlich der Elbe.

Die Erkrankung beginnt bei den Hunden eine Woche nach dem Zeckenbiss mit hohem Fieber. Die Tierärzte behandeln sie meist nur mit einem Antibiotikum, das aber die Krankheitserreger nicht abtötet.

Erst mit einem Spezialmedikament kann geholfen werden. Doch dafür ist es oft zu spät. „Wir wollen die Hundehalter nicht verunsichern, sondern darauf hinweisen, dass die frühzeitige Prophylaxe gegen Zecken einen guten Schutz bieten kann“, sagt der Parasitologe Professor Eberhard Schein. Geeignet sind Antizecken – Spot on – Ampullen und Zeckenhalsbänder. Der Rahlstedter Tierarzt Dirk Schrader rechnet nicht nur mit Angriffen der Auwaldzecken, sondern diesmal auch mit einer „Invasion“ heimischer Zecken. Normalerweise würde der Bestand durch den Frost im Winter um 70 Prozent dezimiert. „Weil das aber bislang nicht der Fall ist, dürfte es zu einer enormen Zunahme der Krankheit Borreliose kommen“, sagt er.