HOME

w

     LAGE

w

     TEAM

w

     LEISTUNGEN

w

     LINKS

w

     TEXTE

w

     IMPRESSUM

w

Die Kastration der Katze

Vernunft und Mitgefühl für das Leben der Katzen lassen keine Zweifel.

Katzen sind beliebte Zeitgenossen in vielen Haushalten. Jung und Alt genießen es, mit einem kleinen Kätzchen zu spielen und freuen sich über das anschmiegsame Haustier. In diese Tierliebe eingeschlossen wird – zumindest in den ersten Wochen – auch der Nachwuchs. Die Katzenmutter mit ihren Jungen im Nest zu beobachten und die kleinen Kätzchen zu streicheln, erfüllt viele Menschen, besonders Kinder, mit Freude. Doch schon nach wenigen Wochen tritt Ernüchterung ein, und es stellt sich die Frage: Wohin mit den Kätzchen?

Würde dieser Haushalt alle Katzen und deren Nachkommen weiter in seiner Umgebung pflegen und die Fortplanzung nicht behindern, würde die Katzengruppe in drei Jahren auf etwa 350 Tiere anwachsen. Weitere drei Jahre später könnten es schon 73.000 Katzen sein. Von Pflege und Hege kann natürlich keine Rede mehr sein. Die Katzen wären jetzt herrenlos, unterernährt und krank. Die Niedlichkeit des schnurrenden Haustieres ist in der rauhen Umgebung der wild umher streunenden Katzen untergegangen. Das miserable Leben dieser Kreaturen wollen viele Menschen nicht hinnehmen. Deswegen plädieren die Tierschutzorganisationen für die Kastration der männlichen und weiblichen Katzen.

 

 

In Gesprächen über dieses Thema wird häufig die Meinung geäußert, Katzen müssten vor einer Kastration unbedingt einmal Welpen gehabt haben. Wahrscheinlich ist hier der Wunsch, eine Katze mit ihrem Nachwuchs zu erleben, der Vater des Gedankens. Tatsächlich ist aber eine Kastration schon vor der Geschlechtsreife ohne Probleme möglich. Diese tritt bei unseren Hauskatzen im Alter von sechs bis acht Monaten ein. Wenn mit einer Kastration die Fortpflanzung tierschutzgerecht verhindert werden soll, müssen also die Frühjahrskatzen im Spätherbst und die sogenannten Herbstkatzen im Spätwinter operiert werden.  Mit dieser Operation werden bei den Katzen die Eierstöcke und bei den Katern die Hoden entfernt. Die Tiere erleiden keinerlei Schmerzen, denn der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und die Tiere werden für die nachoperative Zeit mit Schmerzmitteln versorgt. Bereits am nächsten Tag sind die Katzen wieder absolut fit und können auch wieder ins Freie.

Die Entscheidung, Miezi, Pussi oder Tiggy kastrieren zu lassen, hat neben dem Tierschutz auch einen weiteren wichtigen Grund. Unkastrierte Hauskatzen können nämlich zu einer beträchtlichen Belastung des Haushaltes werden. Mit Eintritt der Geschlechtsreife, nach sechs bis acht Monaten, spritzen z. B. Kater ihre Duftmarken an Sofas, Sessel, Gardinen und andere Einrichtungsgegenstände der Wohnung.

Der ekelige Gestank dieser „Markierungen“ ist oft unerträglich und nur schwer zu beseitigen. Bei den weiblichen Katzen ist es das tagelange Maunzen in Zeiten der Rolligkeit. Das geliebte Haustier wird in dieser Phase manchmal zu einer kleinen Plage. Das alles kann mit der Kastration beendet werden.

Viele Katzenbesitzer freuen sich zudem über weitere kleine und große Wesensveränderungen der Katze, die oft mit der Kastration eintreten. Die Neigung der Katze, umherzustreifen, sinkt. Sie suchen jetzt eher die Nähe zum Haus. Deswegen sinkt auch die Gefahr von Verletzungen durch Revierkämpfe, Unfälle oder Infektionen z. B. durch Katzenleukose. Die Lebenserwartung nimmt unter diesen Bedingungen insgesamt zu. Kastrierten Katzen sagt man auch nach, dass sie wesentlich anhänglicher und verschmuster werden – welcher Katzenbesitzer wünscht sich das nicht?  Ein kleiner Wermutstropfen der Kastration soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Bei einigen Katzen kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Aber mit einer vorsichtigen Ernährung kriegt man auch das in den Griff.

 

Oktober 2007

Dr. Mechthild Glup